Was Markus Lanz aus Hubertus Heil herauskitzelte: Es geht um den SPD-Chefsessel
Es geht um den SPD-Chefsessel: Was Lanz aus Heil herauskitzelte
Spots Es geht um den SPD-Chefsessel: Was Lanz aus Heil herauskitzelte

Da scharrt einer mächtig mit den Hufen! Ex-Arbeitsminister Hubertus Heil (53, SPD) konnte sich bei Markus Lanz (57) nur mit Mühe um eine klare Antwort auf die Frage drücken, ob er der nächste SPD-Chef werden will. Nach einer scharfen Attacke des Politikers gegen Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU), dem Heil „schnarrende Reden“ vorwarf, stellte der Talkmaster forsch fest: „Herr Heil hat sich gerade beworben um den Parteivorsitz.“ Der Ex-Minister fragte daraufhin erst einmal: „Wo habe ich das gesagt?“ Lanz: „Gerade eben!“ Heil abwehrend: „Nein, habe ich nicht, ob Sie mir das glauben oder nicht.“ Das gab erste Heiterkeit in der Runde.
Lanz setzte nach: „Sie haben natürlich Lust darauf!“, behauptete er. Und tatsächlich ließ sich Heil plötzlich zu einer Art Bewerbungsrede verleiten: „Wissen Sie, was meine Motivation ist, mich jetzt stärker zu Wort zu melden?“, fragte er. „Ich bin der festen Überzeugung, dass man verantwortlich ist nicht nur für das, was man tut, sondern auch für das, was man unterlässt. Meine Überzeugung ist, man muss was für die Demokratie tun. Und ich will auch was für eine stärkere Sozialdemokratie tun. Das ist mein Antrieb, und das will ich auch tun!“
Prompt warf Lanz den nächsten Köder aus: „Das meine ich doch!“, bekräftigte er die Selbsteinschätzung des Ex-Ministers. „Das können Sie doch gut, wenn Sie Parteichef sind!“ Doch jetzt ruderte Heil zurück: „Ich führe aber keine Personaldebatten. Auch wenn Sie das wollen.“ Lanz jetzt erst recht: „Hätten Sie Lust auf Parteichef?“ Heil noch einmal: „Ich führe keine Personaldebatte.“ Doch Lanz biss sich nun an der Chef-Frage fest: „Könnten Sie das?“ Und Heil geriet deutlich in die Defensive: „Ich will meinen Beitrag leisten, wo auch immer, dass diese Partei, die mir am Herzen liegt, wieder stärker wird“, erwiderte er. „Das tue ich auch.“
Nun setzte Lanz noch einmal anders an: „Schließen Sie aus …“ Heil rasch: „Die Frage habe ich erwartet. Aber ich habe meine Meinung gesagt.“ Der Talkmaster: „Das ist interessant! Ich lese das so: Hubertus Heil – und ich finde das gut – steht bereit.“ Journalist Marc Felix Serrao (48), Global Reporter bei Axel Springer (u.a. BILD und WELT), bestätigte: „Dementi klingt anders.“ Lanz lachend: „Das finde ich auch.“ Wieder allgemeine Heiterkeit – nur Heil lachte nicht, sondern kommentierte vergrätzt: „Das sind die üblichen Spielchen. Wissen Sie, es gibt wirklich Leute, die haben eine Überzeugung und Antrieb!“
„Es ging ja nur um die Frage, ob Sie ein wie auch immer geartetes Amt im Kopf haben“, stellte Lanz zum Schluss fest. „Sie hätten jetzt ja fünfmal sagen können: Nein, habe ich natürlich nicht. Das haben Sie aber nicht getan. Sie werden Ihre Gründe haben.“ Heil reklamierte für sich trotzig einen „inhaltlichen Antrieb“. Denn es könne ja „sein in der Demokratie, dass nicht alles so ein Machtspielchen ist“. Dann aber ließ er doch noch anklingen, wohin für ihn die Reise gehen soll: Er habe „im Blick, dass die Leute überhaupt nicht mehr wissen, wo wir hinwollen. Da gab es widersprüchliche Signale. Und das müssen wir in der SPD gemeinsam klären, an welcher Stelle wo auch wer immer.“
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