USA: Verurteilter Mörder (71) nach 41 Jahren im Todestrakt von Utah entlassen
Neuer DNA-Beweis entlastet verurteilten Mörder: Nach 41 Jahren! Mann (71) aus Todestrakt entlassen
Spots Neuer DNA-Beweis entlastet verurteilten Mörder: Nach 41 Jahren! Mann (71) aus Todestrakt entlassen

Salt Lake City (USA) – Ein Mann, der wegen Mordes im Todestrakt von Utah in der Kleinstadt Spanish Fork einsaß, wurde jetzt nach 41 Jahren gegen Kaution entlassen. Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor erklärt, dass neu analysierte DNA-Beweise den mutmaßlichen Mörder, Douglas Stewart C., nicht mit der Bluttat von 1985 in Verbindung bringen. Ein Richter ordnete daraufhin – trotz der Einwände der Familie des Opfers – die Freilassung von C. an.
Der heute 71-jährige C. wurde 1985 wegen des Mordes an Eva Olesen verurteilt, einer Frau aus der Stadt Provo (rund 20 Kilometer südöstlich von Salt Lake City) und Tante des damaligen Polizeichefs der Stadt. Sie wurde am 27. Februar 1985 mit mehreren Messerstichen und einem Schuss in den Hinterkopf in ihrem Haus getötet. Ihr Ehemann, der angab, bei einem Freund zu Besuch gewesen zu sein, berichtete der Polizei später, er habe bei seiner Rückkehr ihre Leiche gefunden – teilweise entkleidet und mit auf dem Rücken gefesselten Händen. Falsches Geständnis abgelegt
Aus Gerichtsunterlagen geht hervor, dass sich die Ermittlungen damals schnell auf C. konzentrierten. Er wurde verdächtigt, Olesen im Zuge eines Raubüberfalls getötet zu haben. C. wurde dann im Juni desselben Jahres in Nashville, Tennessee, festgenommen, wo er während der Vernehmung durch einen Ermittler aus Provo ein Geständnis unterzeichnete. C. gab später an, er habe ein falsches Geständnis abgelegt, nachdem er von der Polizei wiederholt bedroht worden war. In einem anschließenden Prozess wurde C. zum Tode verurteilt und saß seitdem 41 Jahre im Utah-County-Gefängnis. Gesicherte Blutspuren passen nicht zur DNA
Neu ins Rollen kam der Mordfall im vergangenen Jahr: Der Oberste Gerichtshof von Utah ordnete eine Neuverhandlung an. Begründung: Fehlverhalten von Ermittlern und Staatsanwaltschaft. Anschließende neue DNA-Untersuchungen ergaben: Blutspuren an einem Türknauf und am Griff des Tatmessers passen nicht zum genetischen Material von dem Verurteilten. Freigelassener komplett mittellos
C.s Anwalt, Neal Hamilton, forderte unterdessen die Staatsanwaltschaft auf, das gesamte Verfahren einzustellen. Zudem bat er darum, die Unschuld seines Mandanten offiziell festzustellen – das würde eine Entschädigung durch den Staat auslösen. Dieses Geld, so Hamilton, würde C. helfen, seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. „Er hat keine Altersvorsorge. Er hat keine Ersparnisse“, sagte Hamilton gegenüber der US-Zeitung „The Salt Lake Tribune“ und fügte hinzu, dass Polizei und Staatsanwaltschaft ihm „diese Möglichkeit genommen haben“.
C. verließ das Gefängnis am Montagabend wortlos. Sein Anwalt erklärte, C. werde in der Nähe der Familie seines Sohnes untergebracht. Dieser war als Säugling von einer anderen Familie adoptiert worden und hatte erst Jahre später von der Verurteilung seines leiblichen Vaters erfahren.
Neuer DNA-Beweis entlastet verurteilten Mörder: Nach 41 Jahren!
