Schwestern bei Unfall getötet: Eltern treffen im Gericht auf Todesfahrer
Zwei Schwestern sterben bei Unfall: Eltern beten für den Mann, der ihre Töchter totfuhr
Spots Zwei Schwestern sterben bei Unfall: Eltern beten für den Mann, der ihre Töchter totfuhr

Bad Kissingen – Es ist ein Schmerz, der für Eltern kaum zu ertragen ist. Bei einem schweren Unfall starben im vergangenen Jahr ihre beiden Töchter Adelina (†16) und Dina (†19). Am Dienstag trafen sie nun im Amtsgericht Bad Kissingen auf den Mann, der ihnen das Liebste genommen hat. Doch sie empfanden keinerlei Hass gegen Matthias N. (51).
Auf dem Heimweg von einer Feier war der Industriemechaniker am 9. November 2025 bei Wildflecken von der Fahrbahn abgekommen und hatte den entgegenkommenden Mazda der Schwestern gerammt. Die beiden Teenager waren sofort tot.
„Was ihnen genommen wurde, ist die größere Strafe als das, was auf mich zukommt“, sagte der Angeklagte unter Tränen zu den Eltern und den drei Geschwistern der Toten. Doch Papa Andreas W. (53) ging auf ihn zu und legte seine Hand auf seinen Arm. „Gott hat Sie so geführt, Gott macht keine Fehler – auch wenn wir es nicht verstehen“, sagte er. Vor dem Unfall schrieb er noch seiner Frau
Nie hatte sich der Familienvater aus Fulda zuvor etwas zuschulden kommen lassen, rettete als Gruppenführer der Feuerwehr selbst Menschenleben. An jenem nassgrauen Novembertag hatte er nach einer Party noch das Vereinsheim aufgeräumt, dann von einem Parkplatz um 7.38 Uhr seiner Frau eine SMS geschrieben: „Ich hab dich lieb.“ Vier Minuten später passierte der Unfall! Schwestern hatten keine Chance
Die Staatsanwältin: „Aufgrund Missachtung der im Straßenverkehr erforderlichen Sorgfalt, kam der Angeklagte nach links von der Fahrbahn ab und touchierte hier die Leitplanke.“ Mit Tempo 114 wurde er auf die Straße zurückgeschleudert, wo die Schwestern gerade auf dem Weg zu einem Erntedank-Gottesdienst waren. „Die Kollision war für sie nicht vermeidbar“, sagte der DEKRA-Gutachter.
Nach dem Crash zog Matthias N. mit einem Ersthelfer noch Dina aus dem Auto, wählte dann die 112 und sicherte die Unfallstelle. An den Aufprall selbst hatte er im Prozess keine Erinnerung mehr. „Im Krankenwagen wurde mir mitgeteilt, dass beide verstorben sind.“ Familie betete für den Unfallfahrer
Noch aus dem Krankenhaus heraus suchte N. den Kontakt zur streng gläubigen Familie der Schwestern. Mutter Lidia (51) traf ihn drei Wochen später. Zu BILD sagte sie damals: „Wir beschuldigen ihn nicht, es kann jedem passieren.“ Auf der Trauerfeier der Baptisten-Gemeinde beteten sie sogar für den Todesfahrer. Weil der Angeklagte nicht berauscht und nicht vom Handy abgelenkt war, fiel das Urteil nach gerade mal einer Stunde mild aus: 10.500 Euro Geldstrafe und ein Monat Fahrverbot. „Das kann jedem von uns jeden Tag passieren, es war ein tragisches Zusammentreffen“, befand Richterin Jasmin Wuffka. Gemeinsam mit den Hinterbliebenen verließ der Verurteilte das Gericht.
Zwei Schwestern sterben bei Unfall: Eltern beten für den Mann, der ihre Töchter totfuhr
