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Redakteurin lief in Berlin mit: So fühlte sich mein 1. Marathon an

Redakteurin lief in Berlin mit: So fühlte sich mein 1. Marathon an

Berlin – Was tun, wenn man unerwartet einen

Berlin – Was tun, wenn man unerwartet einen Marathonstartplatz in Berlin gewonnen hat? Für mich gab es da nur eine Möglichkeit: mich der Herausforderung stellen!

Als ich Sonntagmorgen durch den nach Urin müffelnden

Als ich Sonntagmorgen durch den nach Urin müffelnden Tiergarten Richtung Start gehe, habe ich kaum geschlafen, einen Toast mit Marmelade gefrühstückt und vergessen, mich aufzuwärmen. Vor mir liegen 42,195 Kilometer. Eigentlich kann das nichts werden. Mehr als 20 Kilometer? Ich doch nicht!

Dass ich überhaupt beim Berlin-Marathon starte, war nie

Dass ich überhaupt beim Berlin-Marathon starte, war nie geplant. Ich bin Läuferin, ja. Aber Marathonläuferin? Ganz sicher nicht. Meine Wohlfühldistanz lag bisher bei 10 bis 15 Kilometern, gelegentlich wurden daraus 20. Danach war ich jedes Mal überzeugt: Mehr brauche ich wirklich nicht.

Wie das Leben so spielt, gewinne ich, die

Wie das Leben so spielt, gewinne ich, die sonst nie etwas gewinnt, Anfang August einen Startplatz für den Berlin-Marathon. Absagen kommt nicht infrage. Nur wie zum Teufel bringe ich meinen Körper in bloß zwei Monaten dazu, einen Marathon durchzustehen?

Ich lasse mir von der KI einen Trainingsplan

Ich lasse mir von der KI einen Trainingsplan erstellen. Die wichtigen langen Läufe steigerte ich Woche für Woche: 16, 18, 21, 25, 27 und schließlich 30 Kilometer. Mein vorgeschädigtes Knie hält dank Kinesio-Tapes durch. Sorgen macht eher mein Rücken. Erst wenige Wochen zuvor war bei mir ein leichter Bandscheibenvorfall festgestellt worden. Zum Glück helfen gezielte Übungen für die Rumpfmuskulatur, schmerzfrei zu werden.

Je näher der Marathon rückt, desto größer werden

Je näher der Marathon rückt, desto größer werden meine Zweifel. Überall lese ich von Fueling-Plänen, Carboloading und Rennstrategien. Ich dagegen versuche noch herauszufinden, wie ich im Südtirolurlaub meine Taperingphase (Phase mit reduzierter Trainingsbelastung) gestalte, wo ich doch eigentlich flach laufen soll. Hilfe! Schlaflos vor Aufregung an den Start

Dann ist er da: der Renntag in Berlin

Dann ist er da: der Renntag in Berlin. Die Nacht davor habe ich keine Sekunde geschlafen. Ich füge mich nun meinem Schicksal, während für den letzten Startblock K der Startschuss fällt. Und plötzlich macht alles Spaß.

Berlin verwandelt sich in ein riesiges Straßenfest. Trommler

Berlin verwandelt sich in ein riesiges Straßenfest. Trommler treiben uns voran, überall Schilder mit Sprüchen. Mein Favorit: „You run better than the government!“ Besonders hilft, dass Familie und Freunde verteilt über die Strecke auf mich warten. Ich laufe von Verabredung zu Verabredung. So wirkt selbst ein Marathon plötzlich machbar.

Richtig hart wird es erst auf den letzten

Richtig hart wird es erst auf den letzten Kilometern. Vor Kilometer 39 falle ich ins Gehen. Die Füße schreien nach Erholung. Da tippt mir ein fremder Läufer auf die Schulter. „Don't stop! Don't stop! Keep on running!“ Ich tue, was er sagt. Gemeinsam kämpfen wir uns weiter. Marathon-Resultat: 5:04:16 Stunden

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