Nächster Sparhammer! Volkswagen kündigt fast alle Tarifverträge
++ „Übles Foul“ ++ „Schamlos“ ++: Nächster Sparhammer! VW kündigt fast alle Tarifverträge Drohen Tausenden Beschäftigten jetzt längere Arbeitszeiten?
Spots ++ „Übles Foul“ ++ „Schamlos“ ++: Nächster Sparhammer! VW kündigt fast alle Tarifverträge Drohen Tausenden Beschäftigten jetzt längere Arbeitszeiten?

Hannover – Jetzt droht der nächste Sparhammer bei Volkswagen! Bei einem Treffen mit Betriebsrat und IG Metall überraschte das Management am Mittwoch mit der Ankündigung, etliche Tarifverträge im VW-Haustarif kündigen zu wollen. Das teilte zunächst die Gewerkschaft am Mittag mit. Volkswagen bestätigte die Pläne: Die Verträge seien fristgerecht zum 31. Dezember gekündigt worden.
Den bisherigen Angaben zufolge könnte die Kündigung der Tarifverträge Zuschläge, Boni und Vereinbarungen zu freien Tagen betreffen. Insgesamt besteht der VW-Haustarif aus 13 einzelnen Verträgen für die bundesweit 100.000 Beschäftigten. Wie die IG Metall mitteilte, habe der Konzern zehn dieser Einzelverträge gekündigt. Darunter sei auch der wichtige Manteltarifvertrag. Zuvor hatte das „Handelsblatt“ berichtet, eine Erhöhung der Arbeitszeit bei Volkswagen wäre eine denkbare Option. Bislang gilt bei VW die 35-Stunden-Woche. Änderungen könnten ab 2027 greifen. Betriebsratschefin spricht von Erpressung
„Das ist ein übles Foul an der Belegschaft und erneut ein schamloser Versuch, in die Geldbeutel der Beschäftigten greifen zu wollen“, erklärte IG-Metall-Bezirkschef Thorsten Gröger. Die Gewerkschaft werde nicht hinnehmen, dass unternehmerische Kosten und Risiken auf die Belegschaft verlagert werden sollten, während Gewinne privatisiert würden. Betriebsratschefin Daniela Cavallo (51) sprach von Erpressung und kündigte Widerstand gegen den Vorstoß an. „Ich rechne mit einer heftigen Auseinandersetzung zum Jahreswechsel.“ VW-Vorstand: „Müssen jetzt handeln“
Arne Meiswinkel, Personalvorstand der Marke VW und Mitglied der erweiterten Konzernleitung, erklärte: „Das wirtschaftliche Umfeld hat sich für die Automobilindustrie im Allgemeinen und damit auch für Volkswagen in den vergangenen 18 Monaten gravierend verschärft.“ Die Sparmaßnahmen aus dem Zukunftsplan des Vorstands müssten daher schnell und konsequent umgesetzt werden. „Ich denke, jeder spürt angesichts der Nachrichten aus der gesamten Automobilindustrie, dass wir jetzt handeln müssen.“
Eigentlich wollten IG Metall und Betriebsrat am Mittwoch Antworten erhalten, wie der Vorstand Werke erhalten und besser auslasten will. Für die VW-Werke Hannover, Emden und Zwickau sowie den Audi-Standort Neckarsulm ist die Zukunft ungewiss. Doch statt Antworten gab es am Mittwoch den Tarifvertrags-Schock. Unabhängig davon steht bei VW die nächste Tarifrunde an. Die IG Metall geht mit der Forderung von 5 Prozent mehr Gehalt in die Verhandlungen. Zeichen stehen auf Streik
IG-Metall-Bezirksleiter Gröger kritisiert, das Unternehmen stelle zentrale Konzerngrundsätze infrage: „Das markiert einen tiefen Bruch mit der jahrzehntelangen VW-Kultur und ist zugleich eine klare Kampfansage an die Belegschaft. VW hat mit seinen Kündigungen eine erhebliche Auseinandersetzung über die Zukunft der tariflichen Arbeitsbedingungen eröffnet.“ Ab Januar drohten erneut Streiks bei Europas größtem Autobauer. „Dieses Vorgehen hat einzig und allein der Arbeitgeber zu verantworten!“ Bei VW gilt eine Beschäftigungsgarantie bis 2030.
++ „Übles Foul“ ++ „Schamlos“ ++: Nächster Sparhammer!
