
Inflationsrate steigt im September auf 3,3 Prozent
Stand: 30.09.2026 • 14:52 Uhr
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Stand: 30.09.2026 • 14:52 Uhr

Die Inflation in Deutschland ist im September erstmals seit fast drei Jahren auf über drei Prozent angestiegen. Schuld daran sind vor allem massiv gestiegene Energiepreise. Lebensmittel verteuerten sich kaum.
Rekordhohe Spritpreise haben die Inflation in Deutschland im September auf den höchsten Stand seit Ende 2023 getrieben. Waren und Dienstleistungen verteuerten sich um 3,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, nach 2,9 Prozent im August, wie das Statistische Bundesamt zu seiner ersten Schätzung mitteilte.
Die Ölpreise sind durch den Nahost-Krieg zeitweise über die Marke von 100 Dollar je Barrel gestiegen. Deshalb mussten dem ADAC zufolge im September mehrfach Rekordpreise für Diesel und Benzin bezahlt werden. Extreme Verteuerung bei Kraftstoffen
"Kraftstoffe sind mit Abstand der größte Preistreiber", sagte der Chefvolkswirt des Vermögensverwalters Bantleon, Daniel Hartmann. Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen etwa mussten die Verbraucher für Diesel im September 48,7 Prozent mehr bezahlen als ein Jahr zuvor. Für Benzin lag der Aufschlag bei 33,8 Prozent. Heizöl verteuerte sich sogar um 49,9 Prozent.
Die Bundesregierung will nun Autofahrer abermals entlasten. Vom 1. Oktober an bis zum Jahresende gilt erneut ein Tankrabatt, mit dem die Steuern auf Sprit um rund 17 Cent je Liter sinken. Das dürfte die Inflation bis Jahresende dämpfen, so wie beim vorherigen Tankrabatt, der im Mai und Juni galt. Allerdings stiegen die Spritpreise wieder, nachdem der erste Tankrabatt ausgelaufen war. Kerninflation legt um 2,4 Prozent zu
Nahrungsmittel verteuerten sich hingegen wesentlich weniger stark. Sie kosteten durchschnittlich 0,4 Prozent mehr (August: +0,1 Prozent). Für Dienstleistungen wie Versicherungen oder Reisen wurden 2,7 Prozent mehr verlangt (August: +2,8 Prozent).
Die Preise ohne Nahrungsmittel und Energie, auch als Kerninflation bezeichnet, legten erneut um 2,4 Prozent zu. Von August auf September zogen die Verbraucherpreise insgesamt um 0,6 Prozent an. Auch Hitze und Trockenheit wirken sich aus
Je länger die Energiepreise hoch sind, umso größer das Risiko, dass auch andere Preise steigen, weil zum Beispiel Transport und Kühlung von Lebensmitteln teurer werden. Und die Importpreise, die zeitverzögert die Verbraucherpreise beeinflussen, stiegen im August mit gut acht Prozent so stark wie seit Ende 2022 nicht mehr. Auch die Folgen von Hitze und Trockenheit, die die Ernte schmälern oder wie das Niedrigwasser im Rhein Lieferungen verteuern, treiben die Preise.
Das ifo-Institut erwartet, dass Unternehmen die höheren Energiepreise zunehmend an Kunden weitergeben. "Sprit und Heizöl haben sich bereits spürbar verteuert, im Winter dürften die Energieversorger die Preise für Strom und Gas anheben", sagt ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. Dieses Thema im Programm: Das Erste | tagesschau | 30.09.2026 | 20:00 Uhr
Stand: 30.09.2026 • 14:52 Uhr
