Im ZEIT-Podcast: Block-Tochter spricht erstmals über Entführungsnacht
Im ZEIT-Podcast: Block-Tochter spricht erstmals über Entführungsnacht „Ich habe die ganze Zeit geschrien“
Spots Im ZEIT-Podcast: Block-Tochter spricht erstmals über Entführungsnacht „Ich habe die ganze Zeit geschrien“

Hamburg – Das neue Jahr begann für die damals 13-jährige Klara Block mit einem höchst traumatischen Erlebnis. In der Silvesternacht 2024 schlugen vermummte Männer ihren Vater nieder, packten sie und ihren Bruder und zerrten die beiden Geschwister ins Auto. Es war der Höhepunkt eines der spektakulärsten Sorgerechtsfälle Deutschlands. Im Mittelpunkt: die Familie der berühmten Steakhaus-Dynastie Block.
Nun spricht erstmals Tochter Klara öffentlich über die Nacht der mutmaßlichen Entführung. In dem ZEIT-Podcast „House of Block“ kommen zudem ihr Vater und dessen Partnerin zu Wort. Alle drei sprechen so eindrucksvoll wie nie über die Ereignisse, die aktuell vor dem Landgericht Hamburg verhandelt werden.
Die Angst war schon lange da. Immer wieder befürchteten Stephan Hensel und seine Partnerin, dass jemand versuchen könnte, die Kinder mitzunehmen. Deshalb haben sie an Silvester sogar überlegt, so sagen sie, auf das Feuerwerk am Hafen im dänischen Gråsten zu verzichten. Doch sie entschieden sich dagegen. Trotz des erbitterten Sorgerechtsstreits wollten sie Klara, Theo und ihrem gemeinsamen Kind einen möglichst normalen Abend ermöglichen.
Als die Familie am Hafen stand, seien plötzlich mehrere schwarz gekleidete und vermummte Männer aufgetaucht. „Ich habe ihn noch nie so schreien gehört, es war fürchterlich“, erinnert sich Klara an die Schreie ihres Vaters Stephan Hensel. Kurz darauf habe auch ihr Bruder Theo angefangen zu schreien. „Ich wusste sofort, was passiert ist.“
Hensel schildert im Podcast, wie mehrere Männer auf ihn zustürmten und ihn zu Boden brachten. Während er geschlagen worden sei, habe seine Tochter alles mit ansehen müssen. „Ich habe die ganze Zeit geschrien“
Die heute fast 16-Jährige erzählt, wie sie sah, dass ihr Bruder in ein Auto gebracht wurde. Dann sei auch ein Mann auf sie zugerannt und habe sie zu Boden gestoßen. Besonders eingebrannt habe sich bis heute ein Detail: der Geruch des Handschuhs ihres Angreifers.
„Ich habe die ganze Zeit geschrien. Auf Dänisch, auf Englisch, auf Deutsch“, berichtet Klara. Zunächst habe sie nicht wahrhaben wollen, was gerade geschieht. „Ich habe mich gekniffen und meine Augen geschlossen. Ich dachte, das sei nicht passiert. Ich bin zu Hause bei Papa, Astrid und meinen Geschwistern.“
Im Fluchtwagen habe sie vor allem auf ihren jüngeren Bruder Theo geachtet. „Unter mir war Theo, ich habe versucht, mein Gewicht irgendwie von ihm runterzunehmen.“ Der Zehnjährige habe mehrfach den mitgeführten Alarmknopf gedrückt, der mit der Polizei verbunden gewesen sei. „Theo meinte, er bekommt keine Luft“, erinnert sich Klara. Als sie sich bewegt habe, habe einer der Männer sie sofort angeherrscht: „Be quiet now“ („Sei jetzt leise“, Anm. d. Red.)! „Ich habe gar nicht an mich selbst gedacht“
Besonders bewegend schildert sie ihre Gedanken während der Entführung. Unter Tränen sagt sie im Podcast: „Ich habe gar nicht an mich selbst gedacht zu diesem Zeitpunkt. Am wichtigsten waren für mich Theo und Papa.“
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