Hundeerziehung: Diese Signale sind wichtiger als Sitz und Platz
Hundetrainer über Kommandos: Warum „Sitz“ und „Platz“ nicht am Wichtigsten sind
Spots Hundetrainer über Kommandos: Warum „Sitz“ und „Platz“ nicht am Wichtigsten sind

„Sitz“, „Platz“ und „Bleib“ gelten als Klassiker der Hundeerziehung. Doch im Alltag sind Rückruf, Orientierung am Menschen und die Fähigkeit zur Ruhe oft entscheidender. Hundetrainer erklären, worauf es wirklich ankommt. Rückruf und Orientierung sind entscheidend
Hundetrainerin Katharina Schlegl-Kofler hält zwei Grundlagen für besonders wichtig. Der Hund sollte zuverlässig auf den Rückruf reagieren und unterwegs von selbst in der Nähe seines Halters bleiben. Denn ein Rückruf bringt wenig, wenn der Vierbeiner direkt danach wieder davonläuft.
Trainer André Vogt setzt ebenfalls weniger auf klassischen Gehorsam, berichtet er gegenüber PETBOOK. Entscheidend sei, den Hund ohne Zwang kontrollieren zu können. Dafür brauche es Beziehung, Kommunikation und Vertrauen. Gerade Welpen sollten zudem ausreichend Ruhe und Entspannung lernen. Mit positiver Verstärkung trainieren
Aufmerksamkeit und Blickkontakt lassen sich durch Belohnungen fördern. Vogt empfiehlt etwa, Futter unterwegs gezielt für erwünschtes Verhalten einzusetzen. Schaut der Hund von sich aus zum Menschen, wird er unmittelbar belohnt.
Schlegl-Kofler rät bei Welpen außerdem zu kurzen Bindungsspaziergängen mit Richtungswechseln. So lernt der Hund, auf seinen Menschen zu achten und dessen Nähe zu suchen. „Sitz“, „Platz“ und „Bleib“ sinnvoll aufbauen
Auch klassische Kommandos haben ihren Platz. „Sitz“ und später „Platz“ sollten über positive Motivation aufgebaut werden. Das Hörzeichen kommt erst hinzu, wenn der Hund das gewünschte Verhalten bereits zeigt.
Ein zusätzliches „Bleib“ ist nicht immer nötig, wenn „Sitz“ und „Platz“ mit einem Auflösesignal verknüpft sind. Wird es trainiert, sollten Dauer und Abstand langsam gesteigert werden. Dabei gilt Qualität vor Quantität. Der Rückruf muss sich lohnen
Für einen zuverlässigen Rückruf arbeitet Vogt gern mit einer Pfeife und besonders attraktiven Belohnungen. Der Hund soll lernen, dass schnelles Zurückkommen etwas Positives bedeutet. Entscheidend bleiben dabei Gelassenheit, Konsequenz und Verlässlichkeit. Wer seinem Hund Orientierung und klare Grenzen bietet, schafft zugleich die Grundlage dafür, dass er sich entspannen kann.
Hundetrainer über Kommandos: Warum „Sitz“ und „Platz“ nicht am Wichtigsten sind
