Eule fliegt auf Ihren Kopf zu: So schützen Sie sich
Nach mehreren Angriffen: Müssen Menschen Angst vor Eulen haben?
Spots Nach mehreren Angriffen: Müssen Menschen Angst vor Eulen haben?

Ein Jogger läuft durch einen Park, plötzlich trifft ihn etwas am Hinterkopf. Keine Warnung, kein Geräusch, nur Kratzer und ein gewaltiger Schreck. Genau solche Vorfälle machten in den USA Schlagzeilen, als ein Waldkauz immer wieder Menschen attackierte und sich den Spitznamen „Owl Capone“ einhandelte.
Die Fälle wirken spektakulär, doch sie werfen eine Frage auf, die viele Naturfreunde beschäftigt: Greifen Eulen tatsächlich Menschen an, oder handelt es sich um seltene Ausnahmen? Meist geht es um die Verteidigung der Jungen
Wie Eulenexperte Stefan Brücher von der Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e. V. (EGE) bei PETBOOK berichtet, steckt hinter Angriffen auf Menschen in der Regel keine grundlose Aggression. Nähern sich Menschen einem Nest oder gerade flügge gewordenen Jungvögeln, sehen die Elterntiere sie als Gefahr.
Besonders häufig werden solche Vorfälle demnach beim Waldkauz beobachtet. Die Art brütet oft in Parks und anderen Bereichen, in denen viele Menschen unterwegs sind. Kommen dann Jogger oder Radfahrer in der Dämmerung vorbei, können die Tiere in den Verteidigungsmodus gehen.
Brücher sieht allerdings einen Aspekt der berühmten Oregon-Geschichte kritisch. Dass eine einzelne Eule über Monate hinweg immer wieder Menschen angegriffen haben soll, hält er für ungewöhnlich. Junge Eulen fliegen schon nach wenigen Wochen weiter weg, dann lässt der Schutz der Eltern nach. So selten sind echte Angriffe in Deutschland
Die EGE beobachtet seit 1980, wie sich der Uhu-Bestand in der Eifel entwickelt. Dabei wurden nach Angaben des Vereins mehr als 2500 Mal Nester für wissenschaftliche Arbeiten untersucht.
Trotzdem gab es laut Brücher nur wenige sogenannte Scheinangriffe. Die Tiere flogen dabei nah an Menschen heran, warnten lautstark oder zeigten Drohverhalten. Zu direktem Körperkontakt kam es bei den dokumentierten Nestbesuchen nicht.
Echte Angriffe kennt die EGE dennoch. Nach Angaben des Experten wurden in fast fünf Jahrzehnten etwa fünf Fälle bekannt, in denen Uhus Menschen tatsächlich berührten. Meist geschah das nachts oder in der Dämmerung, wenn Personen unbeabsichtigt sehr nah an Jungvögel geraten waren. Ein weiterer Auslöser: fehlgeprägte Eulen Nicht jeder Angriff hat mit Brutpflege zu tun. Brücher nennt noch einen weiteren Grund: von Menschen aufgezogene Eulen.
Wachsen die Tiere ohne Artgenossen auf, können sie auf Menschen geprägt werden. Treffen solche Vögel später auf Menschen, versuchen sie laut dem Experten mitunter, auf deren Kopf zu landen und sich mit den Krallen festzuhalten, was als Paarungsversuch gilt. Das kann für Betroffene ähnlich wirken wie ein Angriffsflug zur Revierverteidigung. Was Sie im Ernstfall tun sollten
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