Edeka darf mit Ausnahmen zuschlagen: Mega-Deal im Supermarkt-Krimi um Tegut
Übernahme von 178 Tegut-Standorten: Edeka rettet mehr als 3000 Jobs
Spots Übernahme von 178 Tegut-Standorten: Edeka rettet mehr als 3000 Jobs

Bonn – Edeka übernimmt 178 Märkte der angeschlagenen Supermarktkette Tegut. Aber: Weil der Wettbewerb in zahlreichen Regionen gefährdet wäre, muss Edeka auf 24 Tegut-Standorte verzichten – und darf diese vier Jahre lang nicht übernehmen. Das ist die Botschaft einer Entscheidung des Kartellamts.
„Wir freuen uns auf die 178 Tegut-Standorte, die wir jetzt nach der Freigabe durch das Kartellamt in die EDEKA-Familie aufnehmen können. Das bedeutet für mehr als 3.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine wirklich verlässliche Zukunftsperspektive, und wir stellen damit sicher, dass die Menschen in den betroffenen Regionen ihre Nahversorgung mit hochwertigen Lebensmitteln nicht verlieren“, sagt Edeka-Chef Markus Mosa.
Die Wettbewerbshüter hatten monatelang untersucht, welche Folgen die Übernahme für Verbraucher hätte. Das Ergebnis: Ohne Auflagen hätte sich der Wettbewerb in 34 Regionen wohl deutlich verschlechtert. In neun Regionen drohte nach Einschätzung des Kartellamts sogar eine marktbeherrschende Stellung von Edeka.
Mosa: „Die übernommenen Filialen werden jetzt schrittweise in unseren genossenschaftlichen EDEKA-Verbund aufgenommen und durch Investitionen in die Märkte, in eine größere Sortimentsvielfalt und wettbewerbsfähige Preise wirtschaftlich stabilisiert. Und mit unserer Übernahme verbinden wir auch bessere Chancen für regionale und lokale Lieferanten.“
Im Zuge der Untersuchung veröffentlichte das Kartellamt neue Zahlen. Demnach kontrollieren Edeka, Rewe, Lidl/Kaufland und Aldi inzwischen mehr als 90 Prozent des deutschen Lebensmittelmarkts. Edeka allein kommt auf rund 30 Prozent Marktanteil und ist damit die klare Nummer eins im deutschen Supermarktgeschäft.
Für Kunden kann das ein Warnsignal sein. Denn je weniger Wettbewerber vor Ort übrig bleibt, desto geringer wird oft der Preisdruck auf die Händler. Genau deshalb zwang das Kartellamt Edeka, auf 24 Tegut-Filialen zu verzichten. Sie sollen für andere Betreiber offenbleiben und so für Konkurrenz sorgen.
Der Großteil des Deals kann trotzdem umgesetzt werden. Neben 178 Tegut-Märkten übernimmt Edeka auch 41 Teo-Standorte, eine Bäckerei sowie ein Logistikzentrum. Und der Übernahmepoker ist noch nicht vorbei: Auch Rewe will weitere Tegut-Märkte übernehmen. Darüber hat das Bundeskartellamt noch nicht entschieden. Die Prüfung läuft weiter.
Übernahme von 178 Tegut-Standorten: Edeka rettet mehr als 3000 Jobs
