Dallas Cowboys: Jerry Jones zerlegt Trainer Brian Schottenheimer
Nach NFL-Spiel in Rio: Wütender Trump-Kumpel zerlegt eigenen Trainer
Spots Nach NFL-Spiel in Rio: Wütender Trump-Kumpel zerlegt eigenen Trainer

Vor dem ersten Gastspiel der NFL in Rio de Janeiro drehte sich alles um den schlechten Rasen im legendären Maracanã-Stadion. Nach dem Wahnsinns-Sieg der Baltimore Ravens gegen die Dallas Cowboys (34:31) sprach keiner mehr davon! Stattdessen feierten sich die Bosse für die Entscheidung für Brasilien. Denn das historische Spiel hatte die höchste TV-Quote aller jemals ausgetragenen „International Games“. Im Schnitt schalteten bei CBS 24,9 Mio. Zuschauer ein. Die Spitze lag sogar bei mehr als 30 Mio.!
Beim Verlierer Dallas Cowboys war die Stimmung nach der nicht mehr für möglich geglaubten Niederlage durch ein Feldtor in letzter Sekunde dagegen mies. Star-Quarterback Dak Prescott (33) machte sich unbeliebt, als er die Choreo der brasilianischen Fans als „schrecklich“ herabwertete. Der mächtige Klub-Besitzer Jerry Jones (83) schwieg zunächst. Doch nach der Rückkehr nach Texas sprach der Kumpel von US-Präsident Donald Trump (80) Klartext …
Der Öl-Milliardär und Trump telefonieren regelmäßig. Beide teilen nicht nur dieselben politischen Ansichten, sondern ähneln sich auch in ihrem machtbesessenen Führungsstil. Jones nahm sich am Dienstag seinen eigenen Trainer vor – und zerlegte in einer Radiosendung die taktischen Entscheidungen am Ende des Rio-Spiels. Nach NFL-Spiel in Rio: Jerry Jones zerlegt Trainer der Dallas Cowboys
Headcoach Brian Schottenheimer (52) hatte 14 Sekunden vor Schluss bei einem dritten Down einen Spielzug angesagt, bei dem Prescott den Ball sofort nach dem Snap ins Aus warf – obwohl auf der anderen Seite ein Receiver frei war. Sehr zum Unmut von Jones! „Es gibt dafür keine Erklärung, mit der du zufrieden bist. Keine einzige! Lasst uns sicherstellen, dass wir das alle verstehen. Sie haben keine, mit der sie zufrieden sind.“
Einmal auf Zinne, legte er wütend nach: „Wir haben in dieser Zeit Fehler gemacht. Da gibt es keine Frage. Es gibt also keine Erklärung dafür. Aber es gibt eine Beurteilung darüber, wie man dieselben Fehler nicht noch einmal macht – und genau das sollten sie tun.“
Auch die taktische Entscheidung, kurz darauf einen Kick-off direkt durch die Endzone ins Aus treten zu lassen, kritisierte Jones scharf: „Das kann man besser machen, als wir es in dem Moment gemacht haben. Glauben Sie mir, diese Sache und die Nuancen an der Seitenlinie – die Details und der Input, die in jede einzelne Entscheidung dort einfließen – das wird alles noch mal mit einem feinen Kamm durchgekämmt.“
Für Schottenheimer ist es die zweite Saison als Hauptübungsleiter bei „America’s Team“. Und er sagt an der Seitenlinie auch die Spielzüge der Offense an. Kritiker werfen ihm darum vor, er übernehme sich und solle das lieber seinem Offensive Coordinator überlassen. Jones hat nicht die Absicht, sich dabei nicht einzumischen: „Ich habe es immer dem Trainer überlassen, sich zu korrigieren und anzupassen. Dein Trainer ist der Erste, der darüber nachdenkt, etwas anzupassen, wenn er überlastet ist.“
Und Schottenheimer? Statt seinem Boss zu widersprechen, kuscht der Sohn von Trainer-Legende Marty Schottenheimer (†77): „Ich bin Mann genug, um meine Fehler einzugestehen“, sagte er ganz ohne Ironie. „Ich mache viele Fehler. Ich bin selbstverständlich nicht perfekt. Und ich weiß eine Sache: Jerry und ich hatten darüber einen sehr guten Austausch. Ich habe es erklärt. Er versteht es. Er versteht, dass ein Fehler gemacht wurde, und er war großartig. Großartiger, fundierter Rat. Ich schätze ihn. Er ist schon lange im Spiel, genau wie ich, und er hat schon viel Zeug gesehen.“
Schottenheimer weiter: „Das zeigt mir, dass er und ich sehr eng beieinander sind. Das wird mich besser machen. Ich werde besser sein. Und nochmal: Ich freue mich darauf, mich diese Woche aufzustellen und (am Sonntag, d.Red.) gegen die Houston Texans zu spielen.“
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