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Bucerius Kunst Forum zeigt Raritäten jüdischer Kunstsammler

Stand: 29.09.2026 • 11:41 Uhr

Weltweit sind schätzungsweise 600.000 Werke aus jüdischem Besitz

Weltweit sind schätzungsweise 600.000 Werke aus jüdischem Besitz ungeklärt. Das Bucerius Kunst Forum in Hamburg zeigt 15 jüdische Kunstsammlungen und ihre Geschichte. Nachkommen fordern Restitution und Entschädigung.

Kathrin Baumstark, die Leiterin des Bucerius Kunst Forums

Kathrin Baumstark, die Leiterin des Bucerius Kunst Forums in Hamburg, ist beschämt über Gespräche mit den Erben jüdischer Kunstsammler. Noch immer bürde man ihnen die Bringschuld auf. Sie selbst müssen nachweisen, dass ihren Vorfahren Kunstwerke von den Nazis geraubt oder unter Druck abgekauft wurden, oft um die Flucht vor dem Holocaust zu finanzieren.

"Drück ihn noch mal im Preis, er muss

"Drück ihn noch mal im Preis, er muss ja eh gehen." Solche Notizen von Museumsdirektoren habe das Kunst Forum bei den aufwändigen Recherchen zur Ausstellung gefunden. Für die Schau "Von Monet bis Picasso - Jüdische Kunstsammler*innen in Deutschland" haben Baumstark und ihr Team fünf Jahre lang recherchiert. Eines der von Nazis geraubten Meisterwerke aus der Ausstellung: "Der Leuchtturm von Honfleur" von Claude Monet Wiederentdeckung jüdischer Kunst-Mäzene

95 Kunstwerke namhafter Malerinnen und Maler aus jüdischem

95 Kunstwerke namhafter Malerinnen und Maler aus jüdischem Besitz werden gezeigt, darunter Bilder von Vincent Van Gogh, Paul Cézanne, Max Pechstein, Paula Modersohn-Becker, Emil Nolde, Claude Monet und Ferdinand Hodler. Manche davon sind nach ihrer Rückgabe an die Erben zum ersten Mal nach Kriegsende wieder in Deutschland zu sehen.

Die Ausstellung erinnert an heute oft vergessene Kunst-Mäzene

Die Ausstellung erinnert an heute oft vergessene Kunst-Mäzene der 1920er- und 1930er-Jahre. Zu ihnen gehört die Berlinerin Margarethe Mauthner, Nachbarin und Unterstützerin von Max Liebermann. Ihr einflussreiches Netzwerk prägte das urbane Kunstleben der Jahrhundertwende. Kunst verkaufen, um die Flucht zu finanzieren

Durch die Judenverfolgung wurde Mauthner aus der Gesellschaft

Durch die Judenverfolgung wurde Mauthner aus der Gesellschaft gedrängt. Ab 1938 mussten Jüdinnen und Juden die "Judenvermögensabgabe" leisten, anfangs 20, später 25 Prozent des Vermögens. Zusammen mit der "Reichsfluchtsteuer" führte diese Abgabe Familien oft in den wirtschaftlichen Ruin.

Margarethe Mauthner musste Kunstwerke unter Druck verkaufen, um

Margarethe Mauthner musste Kunstwerke unter Druck verkaufen, um die Flucht ihrer Familie nach Südafrika zu finanzieren. Sie behielt nur wenige Stücke, darunter ein Porträt ihrer Enkelin, gemalt von Max Liebermann. Ein kleines Leinwandformat, das sich gerollt im Koffer transportieren ließ. Noch heute trägt es Spuren der hastigen Flucht.

Ähnlich gelagert ist der Fall von Max Emden

Ähnlich gelagert ist der Fall von Max Emden, Kaufhauspionier und Kunstliebhaber, einer der wohlhabendsten Männer der 1920er-Jahre in Hamburg. Er war Mitbegründer der Hamburger Universität und leidenschaftlicher Kunstsammler. Demütigend langer Weg zur Restitution

Auch er verlor mit Beginn der Judenverfolgung sein

Auch er verlor mit Beginn der Judenverfolgung sein Vermögen, musste seine Grundstücke in Hamburg verkaufen und sich von Kunstwerken trennen. Als er 1940 starb, finanzierte sein Sohn durch weitere Kunstverkäufe die eigene Flucht nach Chile.

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Bucerius Kunst Forum zeigt Raritäten jüdischer Kunstsammler

Stand: 29.09.2026 • 11:41 Uhr

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Source: Tagesschau
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