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Biontech! Nach Corona ging’s bergab

Wie Deutschlands Pharma-Star in die Krise rutschte: Biontech! Nach Corona ging’s bergab

Es war eines der größten deutschen Wirtschaftsmärchen der

Es war eines der größten deutschen Wirtschaftsmärchen der vergangenen Jahre: Innerhalb weniger Monate wurde Biontech vom Mainzer Biotech-Start-up zum globalen Corona-Impfstoff-Pionier. Milliardenumsätze, eine explosionsartig gestiegene Bewertung und weltweite Aufmerksamkeit machten das Unternehmen zum deutschen Vorzeigeunternehmen. Heute ist von diesem Boom nur noch wenig übrig.

Biontech baut seine Kapazitäten zurück, schreibt riesige Verluste

Biontech baut seine Kapazitäten zurück, schreibt riesige Verluste, konzentriert sich auf die Entwicklung neuer Medikamente – und verliert mit den Gründern Ugur Sahin (61) und dessen Ehefrau Özlem Türeci (59) seine prägenden Köpfe. Beide wollen sich künftig mit einem neuen Unternehmen wieder der Entwicklung von Medikamenten widmen. Dazu kommt: Drei große deutsche Biontech-Produktionsstandorte werden geschlossen. Aufstieg mit dem Corona-Impfstoff

Der Aufstieg begann mit der Entwicklung des ersten

Der Aufstieg begann mit der Entwicklung des ersten in der westlichen Welt zugelassenen mRNA-Impfstoffs gegen Covid-19. Gemeinsam mit dem US-Pharmakonzern Pfizer brachte Biontech den Impfstoff Comirnaty auf den Markt. Die Nachfrage nach den Impfungen schoss nach oben, Biontech wurde international zu einem der bekanntesten deutschen Pharmaunternehmen.

Doch das Geschäft war von Anfang an stark

Doch das Geschäft war von Anfang an stark von der Corona-Pandemie abhängig. Als die Impfkampagnen abebbten, brach auch die Nachfrage nach dem wichtigsten Produkt des Konzerns ein. Ein Nachfolgeprodukt, das diese Lücke schließen könnte, hat Biontech bislang nicht auf den Markt gebracht. Aus dem Corona-Boom wird ein Milliardenverlust

Der Konzern steckt deshalb seit Jahren in einer

Der Konzern steckt deshalb seit Jahren in einer grundlegenden Neuordnung. Biontech beschäftigt weltweit rund 7200 Menschen, investiert gleichzeitig große Summen in neue Wirkstoffe und muss seine Produktionskapazitäten an die deutlich geringere Nachfrage anpassen. Das hinterlässt tiefe Spuren in der Bilanz: In den ersten sechs Monaten dieses Jahres verbuchte Biontech einen Verlust von 1,35 Milliarden Euro.

Das Unternehmen setzt darauf, die Abhängigkeit vom Corona-Impfstoff

Das Unternehmen setzt darauf, die Abhängigkeit vom Corona-Impfstoff durch eine neue Generation von Medikamenten zu überwinden. Im Mittelpunkt steht vor allem die Krebsmedizin. Biontech forscht unter anderem an mRNA-basierten Immuntherapien. Daneben entwickelt der Konzern sogenannte „Konjugate“ – dabei werden Wirkstoffe mithilfe von Antikörpern gezielt zu Krebszellen transportiert. Doch bis aus Forschung ein zugelassenes und kommerziell erfolgreiches Medikament wird, können viele Jahre vergehen – und die Entwicklung ist teuer. Nun verschwinden drei deutsche Werke

Wie groß der Umbau inzwischen ist, zeigt sich

Wie groß der Umbau inzwischen ist, zeigt sich besonders deutlich in Deutschland. Biontech hatte bereits im Frühjahr angekündigt, die Werke in Marburg, Idar-Oberstein und Tübingen nicht weiter selbst betreiben zu wollen. Als Gründe nannte das Unternehmen unter anderem die geringe Auslastung, vorhandene Überkapazitäten und notwendige Kosteneinsparungen. Nun ist auch klar: Einen Käufer für die drei Standorte gibt es nicht.

Monatelang hatte Biontech versucht, die Werke zu veräußern

Monatelang hatte Biontech versucht, die Werke zu veräußern. Dafür wurden nach Unternehmensangaben sowohl eigene Experten als auch professionelle Berater eingesetzt. Angesprochen wurden Pharma- und Biotechunternehmen ebenso wie Investoren aus dem In- und Ausland.

Doch obwohl es an allen drei Standorten Prüfungen

Doch obwohl es an allen drei Standorten Prüfungen und vertrauliche Gespräche mit Interessenten gab, kam letztlich kein Verkauf zustande. Biontech begründet das Scheitern vor allem mit dem derzeit schwierigen Markt- und Investitionsumfeld. Damit steht nun fest: In Tübingen soll Ende 2027 Schluss sein, in Marburg Anfang 2028 und in Idar-Oberstein Ende 2028. Insgesamt sind rund 1800 Beschäftigte betroffen.

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