Aus Versehen? Partei-Freundin fällt Eralp in den Rücken
Antisemitismus-Vorwürfe gegen Linkspartei: Aus Versehen? Partei-Freundin fällt Eralp in den Rücken
Spots Antisemitismus-Vorwürfe gegen Linkspartei: Aus Versehen? Partei-Freundin fällt Eralp in den Rücken

Berlin – Findet die Berliner Linken-Frontfrau Elif Eralp (45) selbst den schlimmsten antisemitischen Vorfall des Wahlkampfs gar nicht antisemitisch? Das erklärte eine prominente Berliner Linken-Politikerin freimütig in einem englischen Interview. Ein Versehen?
Es geht um den größten Wahlkampf-Skandal der Linken in der deutschen Hauptstadt. Im August hatte bei einer Wahlkampfveranstaltung ein Rapper die Parolen „Yalla Yalla Intifada“ und „Death to the IDF“ gebrüllt, im Publikum wurde mitgesungen und getanzt. Beide Aufrufe kommen in ihrer Konsequenz einem Todeswunsch gegen Juden gleich.
Der Vorfall stieß parteiübergreifend auf heftige Kritik. Am Sonntag bezeichnete zuletzt der frühere Vizekanzler Robert Habeck (Grüne, 57), der hart mit Israels Regierung ins Gericht ging, in der ARD die Schlachtrufe des Rappers als „antisemitisch“, also judenfeindlich. „Sie haben nicht gesagt, dass das antisemitisch ist“
In einem Interview mit dem britischen Journalisten James Jackson hielt die Berliner Linken-Vizechefin Martha Kleedörfer (27) dagegen: Elif Eralp habe diesen Vorfall NICHT als antisemitisch verurteilt. Als Jackson die Politikerin auf die Ausrufe „Yalla Yalla Intifada“ und „Death to the IDF“ ansprach, wurde Kleedörfer deutlich:
„Als das vor einigen Wochen passiert ist, haben meine Parteichefin Kerstin Wolter und auch Elif Eralp gesagt, dass das nicht auf unseren Bühnen passieren sollte, also nicht auf der Bühne der Linken im Wahlkampf. Aber sie haben nicht gesagt, dass das antisemitisch ist.“
Und tatsächlich: Spitzenkandidatin Eralp hatte sich in ihrem Statement zwar „entsetzt“ gezeigt sowie den Auftritt des Rappers als „Grenzüberschreitung“ bezeichnet und „verurteilt“. Doch das Wort „antisemitisch“ vermied sie, ebenso wie Wolter. BILD fragte auch die Berliner Linkspartei offiziell an, ob Eralp und Wolter die Todesaufrufe als judenfeindlich ansehen, erhielt jedoch keine Antwort.
Pikant: Kleedörfer wollte ihre Partei-Freundin eigentlich verteidigen, da der Interviewer selbst ein heftiger Israel-Kritiker ist. Politisch könnte sie Eralp jedoch massiv mit ihrer Erklärung geschadet haben. Darum steht Eralp unter Druck
Denn Spitzenkandidatin Elif Eralp steht unter Zugzwang. Sie will nach ihrem Wahlsieg (25,7 Prozent) als Regierende Bürgermeisterin ins Rote Rathaus einziehen, braucht aber Koalitionspartner. Geht es nach ihr, soll die Linke mit Grünen und SPD die Deutschlands Hauptstadt regieren. Beide Parteien willigten bereits in Sondierungsgespräche ein, stehen jedoch aus ihren Bundesverbänden wegen der Antisemitismus-Skandale sowie Islamismus- und Clan-Verbindungen der Linken unter Druck.
Für heftige Kritik sorgte der Besuch des Clan-Chefs Issa Remmo auf einer Linken-Wahlparty. Kurz darauf wurde ein inniger Chatverlauf zwischen einem Remmo-Sohn mit dem Linken-Bundestagsabgeordneten Ferat Kocak öffentlich. Während die Linke Aufklärung verspricht, sind die Verflechtungen zwischen Kocak und Berlins Spitzenkandidatin Eralp enger als bislang berichtet: So leitet die frühere Mitarbeiterin Eralps, Zozan Bulut, mittlerweile das Wahlkreisbüro von Ferat Kocak.
Antisemitismus-Vorwürfe gegen Linkspartei: Aus Versehen?
